Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat in einem Urteil aus dem Jah­re 2014 dar­über ent­schie­den und fest­ge­stellt, dass die wäh­rend des Kla­ge­ver­fah­rens ein­ge­tre­te­ne Ungül­tig­keit eines Rei­se­do­ku­ments des Antrag­stel­lers oder des Klä­gers kein Grund dar­stellt, um eine Kla­ge abzu­wei­sen. In die­sem Zusam­men­hang wur­den auch die Hin­ter­grün­de der Visa­er­tei­lung beleuch­tet. Ein ira­ni­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger hat­te unter Vor­la­ge einer Ver­pflich­tungs­er­klä­rung in Form einer Ein­la­dung und der wei­te­ren Doku­men­te ein Visum für Deutsch­land als Tou­rist bean­tragt. Die deut­sche Bot­schaft hat­te den Antrag mit der Begrün­dung abge­lehnt, er habe nicht den Nach­weis erbracht, dass er über aus­rei­chen­de Mit­tel zur Bestrei­tung sei­nes Lebens­un­ter­halts für die Zeit­span­ne der beab­sich­tig­ten Rei­se ver­fü­gen. Hier­ge­gen wur­de Wider­spruch in Form einer Remons­tra­ti­on ein­ge­legt. Dies wur­de glei­cher­ma­ßen abge­lehnt, so dass es zum Kla­ge­ver­fah­ren kam. Der Antrag­stel­ler gewann das Ver­fah­ren. Denn nach dem Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs vom 19. Dezem­ber 2013 (Rn. 55) dür­fen die zustän­di­gen Behör­den einen Antrag auf ein ein­heit­li­ches Visum nur in den Fäl­len ableh­nen, in denen dem Antrag­stel­ler einer der in Art. 32 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 6 VK auf­ge­zähl­ten Ver­wei­ge­rungs­grün­de ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den kann. Die Ungül­tig­keit des (ech­ten) Rei­se­do­ku­ments zähl­te nicht dazu.

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